Kitesurfen Guide: Die besten Tipps für Kitesurf-Anfänger und -Profis

von | 15. Sep 2017 | WATER

Auf dem Wasser mit Wind und Wellen spielen, im richtigen Moment abheben, Sonne und Salzwasser auf der Haut und eine ordentliche Brise Fahrtwind im Gesicht. All das ist Kitesurfen. Wir haben bei hepster gerade einen waschechten Kiter unter uns, der uns mit Begeisterung von seinem Sport berichten kann – und wir können viel lernen. Im Folgenden erklärt Euch unser Praktikant Justin die absoluten FAQ’s übers Kitesurfen lernen:

Was ist Kitesurfen?

Kitesurfen ist ein Wassersport, der viele Boardsportarten vereint. Auf einem Kiteboard (ähnelt einem Wakeboard) lässt sich der Kitesurfer mit einem Lenkdrachen, dem Kite, über das Wasser ziehen. Im Gegensatz zum Wakeboard lassen sich mit einem Kite auch große Sprünge vollführen.

Was brauche ich alles zum Kitesurfen?

1. Trapez

Dies ist die Konstruktion an welcher der Kite eingehangen wird, sodass die Zugkraft nicht durch die Hände gehalten werden muss.

2. Kite und passende Bar

Der „Kite“ ist der Drachen, der Dich zieht und als „Bar“ bezeichnet man das Leinensetup mit Lenkstange und Quickrelease. Hier ist ganz wichtig, dass die Bar zum Kite passt, denn sonst fliegt Dein Kite nicht. Hier sind die gängigsten Bar-Systeme 4- oder 5-Leiner.

3. Neoprenanzug

Es gibt sie in unterschiedlichen Dicken, wobei zu beachten ist: Je dicker der Anzug, desto wärmer hält er Dich. Der Neoprenanzug schützt Dich vor Unterkühlung und auch vor Sonnenbrand. Es ist wichtig, dass der Anzug gut passt, sodass Du optimale Bewegungsfreiheit hast.

4. Safetyleash

Dies ist die letzte Instanz Deines 3-Stufen-Sicherheitssystems und trennt Dich beim Auslösen komplett von Deinem Kite.

5. Board mit Bindung

Das Board sollte zu den Bedingungen an Deinem Spot und Deinem Körpergewicht passen. Am besten lässt Du Dich bei der Wahl des Boards vom Fachmann beraten.

Welchen Kite brauche ich?

Wenn man beginnt, sich für das Kiten zu interessieren ist diese Frage meist eine der Ersten. Es gibt zwei grundlegende Bauweisen von Kites. Die erste ist der sogenannte Tubekite, welcher durch Aufpumpen seine Form erhält. Dies ist auch die bekannteste und am weitesten verbreitete Art von Kites. Durch die mit Luft gefüllte Tube schwimmt der Kite auf der Wasseroberfläche und kann problemlos aus dem Wasser gestartet werden. Eine weitere Kite-Art sind Softkites oder auch Ram-Air-Kites. Diese erhalten ihre Form durch den anströmenden Wind und werden eher beim Landboarden (ähnlich wie das Kitesurfen – nur eben auf dem Land) eingesetzt.

Welche Kitegröße bauche ich?

Das ist von gleich drei Faktoren abhängig: Deinem Gewicht, Deiner Boardgröße und natürlich dem Wind an Deinem Spot. Super Tools, um wenigstens Dein Körpergewicht und den Wind in einer Kitegröße zu vereinbaren, sind online zu finden.

Tubekites gibt es in unterschiedlichen Formen – die sogenannten Kite-Shapes. Jeder Shape eines Kites bringt Vor- und Nachteile mit sich. Aber welche Shape ist die Richtige für Dich? Generell gibt es vier verschiedene Kite-Shapes: C-Kite, Delta-Kite, Bow-Kite und Hybrid-Kites. Als Anfänger solltest Du eher zu einem Bow- oder Deltakite tendieren, da diese Eigenschaften wie ein besseres Wasserstartverhalten und eine gute Depower mitbringen. Durch die besseren Depower-Eigenschaften weht der Kite beinahe drucklos am Himmel und durch das bessere Wasserstart-Verhalten ist es Dir leicht möglich Dich wieder auf die Wellen zu stürzen.

Welche Boardgröße brauche ich?

Auch die Boardgröße ist eine wichtige Stellschraube für Dein Kite-Setup. Generell kann man sagen: Je schwerer Du bist, desto größer sollte Dein Board sein. Ebenfalls ist bei wenig Wind auch ein größeres Board zu empfehlen. Mit einem optimalen Setup erzielst Du den besten Lernerfolg und kannst so das Beste aus Deiner Kite-Session machen.

Ein Beispiel hierzu: Bei gleichem Wind können Du (mit bspw. ca. 90 kg) und Dein Buddy (mit bspw. 70 kg) nicht unbedingt das selbe Board und dem gleichen Schirm fliegen. Bei gleicher Schirmgröße müsste Dein Buddy ein kleineres Board fahren als Du. Oder aber er fährt die gleiche Boardgröße bei kleinerem Schirm. Ein größeres Board verdrängt mehr Wasser und es wird somit bei zunehmendem Wind schwierig die Kante eines größeren Boards im Wasser zu halten.

Welche Kite-Marke ist die beste? Wo liegen die Unterschiede?

Natürlich gibt es wie bei allem auf dieser Welt viele verschiedene Hersteller. Bei den Kites allerdings lassen diese sich nicht wirklich am Preis unterscheiden und so liegt die Entscheidung bei Dir, welches Design Du bevorzugst und welche Shape Dir gut liegt. Meine Favoriten sind jedoch Slingshot, Best, und Gaastrakites. Das ist natürlich nur eine ganz persönliche Einschätzung. Schau Dich am besten selbst um und probiere Dich aus!

Wie lange hält mein Equipment?

Sicher lässt sich auch hier sagen – gehst Du vernünftig mit Deinem Equipment um, hält es auch lange. Aber das ist natürlich auch nicht die ganze Wahrheit. Das Wasser, der Wind und die Sonne strapazieren Deinen Kite ungemein. All diese Faktoren führen auch dazu, dass Dein Kite an Power verliert und irgendwann verschlissen ist. Bei mir war es nach einem Zeitraum von ungefähr drei Jahren der Fall, dass der Kite leicht an Power verloren hat, weil die Abrisskante leichte Risse bekam. Aber auch ein Missgeschick kann zu einem Schaden führen. Kleinere Schäden repariert der Segelmacher Eures Vertrauens oder der Hersteller selbst.

Wie sicher ist Kitesurfen?

Dank der neuen Technologien, die in den letzten Jahren entwickelt wurden, ist das Kitesurfen sicherer geworden. Aber welche Sicherheitsfeatures gibt es? Jedes Setup – bestehend aus Kite und passender Bar – sollte das 3-Stufen-Sicherheitssystem mitbringen, das aus folgenden Teilen besteht: Eine Lenkstange und der damit zu steuernden Depower, die zweite Instanz des Systems ist das Quickrelease am Chickenloop einem Teil der Bar, welcher in das Trapez gehangen wird. Die letzte Instanz stellt die Safetyleash dar.

Zieht Dich Dein Kite also zu stark, kannst Du die Bar loslassen, woraufhin der Kite sich vollkommen depowert und drucklos am Himmel schwebt. In den meisten Fällen ist das bereits ausreichend. Zieht der Kite aber weiterhin zu stark, betätigst Du das Quickrelease, woraufhin sich der Chickenloop von Deinem Trapez trennt. Jetzt hängt der Kite nur noch an Deiner Safetyleash und stürzt vom Himmel. In der Regel ist es damit getan. Das Quickrelease habe ich bisher nur einmal auslösen müssen. Aber was kann die Safetyleash? Gehen wir mal davon aus, dass Du dein Quickrelease betätigt hast und Dein Kite liegt bereits im Wasser. Jetzt kommt aber ein Boot, welches über Deine Leinen fährt, die Leinen beginnen wieder an dir zu ziehen. Jetzt löst Du die Safetyleash aus und trennst Dich komplett von Deinem Kite. Der Umgang mit den Sicherheitsfeatures sollte in jedem Anfängerkurs behandelt und trainiert werden.

Kiteschule – Ja oder Nein? Und wenn ja – welche?

Zu Beginn dachte ich auch, ich könne Kitesurfen in Eigenregie erlernen. Zumal ich zu diesem Zeitpunkt bereits 14 Jahre Wasserski und Wakeboard gefahren bin. Eigentlich eine solide Ausgangslage. Der Artikel gibt es aber schon preis: Es gibt einiges zu beachten! Es ist empfehlenswert sich Unterstützung durch eine Kitschule zu holen. Aber welche Kiteschule ist für mich sinnvoll? Ganz wichtig: sie sollte vom Verbund Deutscher Windsurfschulen (VDWS) lizensiert sein. Die Kosten für die Kiteschule sind von Deiner Lernkurve abhängig und richten sich nach den benötigten Übungsstunden. Die meisten Kiter lernen schnell, sodass die Lernkurve relativ steil verläuft.

Sei Dir dennoch bewusst, dass das Kiten nicht zu den günstigsten Sportarten zählt. Das gilt weder für Kurse noch für die Ausrüstung. Vielleicht schaust Du mal im Internet auf den Seiten der Surfschulen in Deiner Gegend vorbei und schaust Dir die Preise und die Kurse einfach mal an. Surfer sind in der Regel ein wirklich nettes Völkchen und beantworten Dir auch gern alle Fragen, die Du hast.

Wie lange dauert es Kiten zu lernen?

Auch das ist maßgeblich von Dir und den Bedingungen abhängig. Bei konstantem Wind könnten Anfänger ohne Vorkenntnisse in einem Kurs nach ca. 6-10 Lerneinheiten das erste Mal auf dem Board stehen. An dieser Stelle möchte ich aber noch mal anmerken, dass jeder Mensch unterschiedlich schnell lernt.

Ist es schwer Kiten zu lernen?

Das sieht jeder im Nachhinein sicher anders und ist auch von den Vorkenntnissen abhängig. Aber eins ist das Kiten lernen sicher nicht: unmöglich.

Sollte ich meine Kite-Ausrüstung gebraucht oder lieber neu kaufen?

Das ist sicher eine Frage Deines Budgets. Solltest Du Dich aber für etwas Gebrauchtes entscheiden, frage doch einfach mal in Deiner Surfschule nach und lass‘ Dir zeigen, auf welche Kriterien Du achten solltest. Schon mal vorab: Es gibt einiges zu beachten und ein Kite-Kauf ist Vertrauenssache.

Brauche ich zum Kiten eine Lizenz?

Nein, zumindest nicht an jedem Spot! Aber empfehlenswert ist die VDWS-Lizenz in jedem Falle. Auch wenn Du noch kein eigenes Equipment hast, ermöglicht Sie es Dir welches auszuleihen. Meiner Meinung nach ist die Prüfung auf jeden Fall machbar. In der Regel besteht die Prüfung aus einer Theoriestunde mit anschließender Multiple-Choice-Prüfung. In der Theoriestunde lernst Du Grundlagen wie Vorfahrtsregeln, Verhalten beim Start, Verhalten am Spot, Kurse zum Wind und den richtigen Umgang mit deinem Equipment. Die Lizenz ist in 7 Level (sogenannte Könnensstufen) unterteilt. Nach einem Einsteigerkurs hast Du ungefähr Level 3 erreicht. In diesem Einsteigerkurs erlernt man den Wasserstart und die ersten gefahrenen 50 Meter. Alle weiteren Level kannst Du ganz einfach durch Vorführen Deines Könnens an einer VDWS-Schule upgraden. Und wer wäre nicht stolz darauf eine Kitesurflizenz im Portemonnaie zu haben?

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der hepster hack

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