Kfz-Versicherung Ratgeber: So sicherst Du Dich und Dein Auto richtig ab!

– veröffentlicht am 03. September 2018, Lesezeit: 12 Minuten –

Das Auto ist für viele weit mehr als ein schlichtes Fortbewegungsmittel, für einige Menschen ist es eine Leidenschaft und ein Statussymbol, für andere hingegen eine Familienkutsche. In unserer Gesellschaft hat das Gefährt zweifelsfrei einen festen Platz eingenommen und ist aus dem Individualverkehr nicht mehr wegzudenken.

Daher ist es auch wichtig, das Automobil entsprechend zu versichern. Wir beantworten in diesem Beitrag die wichtigsten Fragen rund um das komplexe Thema Kfz-Versicherung. Dafür zeigen wir Dir, warum eine Kfz-Versicherung sinnvoll ist und  worauf Du beim Abschluss achten solltest. Außerdem klären wir, wie der Versicherungsbeitrag berechnet wird und welche Leistungen versichert sind. Du hast einen Unfall gehabt? Wir zeigen Dir, wie Du Dich im Schadenfall richtig verhältst. Du möchtest Deine Kfz-Versicherung kündigen oder wechseln? Auch hier geben wir Dir die besten Tipps, damit hier nichts schief geht.

Was ist eine Kfz-Versicherung und warum ist sie sinnvoll?

Grundlegend besteht eine Kfz-Versicherung aus zwei Bausteinen: der Kfz-Haftpflichtversicherung und der Kaskoversicherung. Die Haftpflichtversicherung ist hierbei gesetzlich verpflichtend und muss von jeder Person in Deutschland abgeschlossen werden, damit das Fahrzeug am öffentlichen Verkehr teilnehmen darf. Grundsätzlich übernimmt die Kfz-Versicherung alle Kosten für Schadensfälle, die der Versicherungsnehmer mit seinem Fahrzeug gegenüber einem Dritten zu verschulden hat.

Wird beispielsweise vom versicherten Fahrer ein Auffahrunfall verursacht, so deckt die Haftpflichtversicherung die Schäden ab, die gegenüber einer oder mehreren dritten Personen entstehen. Auf freiwilliger Basis kann zusätzlich eine Kaskoversicherung abgeschlossen werden. Hierbei ist zwischen einer Vollkasko- und einer Teilkaskoversicherung zu unterscheiden. Wann welche Kfz-Versicherung sinnvoll ist, wird später noch genauer erläutert.

Die Wichtigkeit der Kfz-Versicherung kann mit folgenden Zahlen belegt werden: 2017 kam es ca. zu insgesamt 2,6 Millionen Unfällen im deutschen Straßenverkehr, wobei ungefähr 2,3 Millionen auf Sachschäden und in etwa 302.000 auf Personenschäden zurückzuführen sind.

Nachfolgend zwei kurze Gerichtsbeispiele, bei denen diese Autoversicherung eingegriffen hat:

1. Beispiel: Unfall mit eigenem Pkw

Ein Arbeiter, der seinen eigenen Pkw am Firmengelände abgestellt hatte, fuhr mit einem Lkw der Firma und einem Anhänger am eigenen geparkten Auto so vorbei, dass sich der Hänger gelöst und dieser einen erheblichen Schaden am eigenen Fahrzeug erzeugt hat. In diesem Fall kommt die Kfz-Haftpflichtversicherung der Firma komplett für den entstandenen Schaden auf. (Landgericht Dortmund 4 S 23/06)

2. Beispiel: Markenwerkstatt

Der Versicherungsnehmer verursachte schuldlos einen Unfall. Den Kfz Schaden muss der Geschädigte danach nicht in einer „Billigwerkstatt“ reparieren lassen, denn er hat einen Anspruch darauf seine Autoreparatur in einer Markenwerkstatt durchführen zu lassen, die das Versicherungsunternehmen übernehmen muss. Das Urteil beruft sich darauf, dass eine Reparatur in der Billigwerkstatt den Wiederverkaufswert mindern kann. (LG Coburg Az. 32 S 83/07)

Der Abschluss einer Kfz-Versicherung ist immer sinnvoll, da Schadenersatzforderungen des Unfallopfers in einzelnen Fällen bis in die Millionen gehen können. Damit kein unschuldig Betroffener leer ausgeht, muss eine Kfz-Versicherung vorliegen, die die anfallenden Kosten übernimmt.

Ist die Kfz-Versicherung Pflicht?

Wie schon zuvor kurz erwähnt, zählt die Kfz-Versicherung zu einer Pflichtversicherung in Deutschland. Bevor das Auto überhaupt im Straßenverkehr zugelassen ist, muss jeder Fahrzeughalter zuvor eine Haftpflichtversicherung abschließen. Vom Gesetzgeber gibt es darüber hinaus bestimmte Mindestversicherungssummen, die im Vertrag gedeckt sein müssen:

  • Bei Personenschäden liegt die Mindestdeckungssumme bei 7,5 Millionen Euro,
  • bei Sachschäden bei 1,12 Millionen Euro und bei
  • Vermögensschäden durch den Fahrzeuggebrauch ist die Mindestdeckungssumme bei 50.000 Euro

Worauf muss ich beim Abschluss einer Kfz-Versicherung achten?

Bei der Kfz-Versicherung gibt es einen harten Konkurrenzkampf zwischen den Versicherungsanbietern. Deshalb gibt es immer mehr Kunden, die zwischen den verschiedenen Unternehmen wechseln. Ein Wechsel kann durchaus Sinn machen, allerdings ist eine billige Prämie bei der Kfz-Versicherung nicht unbedingt die günstigste, denn es kommt immer auf das Gesamtpaket bestehend aus Preis und Leistungen an. Wenn Du nur auf eine besonders niedrige Prämie bei der Kfz-Versicherung achtest, kannst Du Gefahr laufen, Deine Risiken nicht ausreichend abzudecken. Welche Faktoren beim Abschluss ausschlaggebend sein sollten, erfährst Du hier:

Hohe Deckungssumme in der Haftpflicht bei der Kfz-Versicherung

Ein wichtiger Punkt ist eine hohe Deckungssumme in der Haftpflichtversicherung, die einspringt, wenn der Versicherungsnehmer einen anderen geschädigt oder einen Unfall verschuldet hat. Ein Unfall, bei dem beispielsweise der Fahrzeughalter dem Verletzten ein Leben lang eine Rente auszahlen muss, kann ganz schön teuer werden. Ist die Schadensumme höher als die Deckungssumme, so haftet der Versicherungsnehmer persönlich. Versicherungsexperten raten daher den Höchstbetrag auf 100 Millionen Euro aufzustocken, um für alle Fälle geschützt zu sein. Die Versicherungsprämie der Kfz-Versicherung erhöht sich hierbei nicht so stark. Zusätzlich ist bei einer Haftpflichtversicherung auch noch die sogenannte „Mallorca-Police“ interessant, die für Schäden im Ausland mit einem Mietwagen aufkommt.

Auf was kommt es bei der Kasko an?

Bei dieser Form der Autoversicherung gibt es im Gegensatz zur Haftpflichtversicherung keine gesetzlichen Vorgaben und daher können die Versicherer die Verträge ganz individuell sowie frei gestalten. Daher gibt es auch unsagbar viele Tarife und Sonderoptionen. Auf folgende Punkte solltest Du achten:

Gespart werden kann darüber hinaus bei der Kfz-Versicherung, wenn eine Selbstbeteiligung gewählt wird, bei der kleine Schäden selbst bezahlt werden. Auch eine jährliche Zahlweise ist meist um einiges günstiger als eine viertel- oder halbjährliche Zahlung. Für Fahranfänger kann es zudem preiswerter sein, wenn die Eltern eine Zweitwagenversicherung abschließen. Hierbei wird der Wagen des Kindes als Zweitwagen angemeldet. Dadurch wirst Du nicht in die ungünstige Schadensfreiheitsklasse SF 0 eingestuft. Später kann die Schadensfreiheitsklasse auch übertragen werden. Grundsätzlich lohnt sich immer ein Kfz-Versicherung Vergleich.

Verzicht auf Einwand grober Fahrlässigkeit

Die Kfz-Versicherung sollte auf jeden Fall den Verzicht auf grobe Fahrlässigkeit beinhalten. Damit ist gemeint, dass die Versicherung auch Schäden in vollem Umfang übernimmt, die durch Unachtsamkeit passiert sind, wie beispielsweise bei Rot losgefahren oder bei Nichtbeachtung eines Stoppschildes. Fehlt diese Option, so kann die Kfz-Versicherung einen Teil des Geldes vom Versicherungsnehmer zurückfordern.

Neuwertentschädigung

Dieser Aspekt ist wichtig, da dadurch bei Totalschäden oder Diebstahl der Neupreis gezahlt wird. Hierbei gibt es Angebote zwischen drei bis zu 24 Monaten.

Rabatt

Viele Versicherungsunternehmen gewähren den Kunden einen Rabatt, wenn eine bestimmte Fahrleistung pro Jahr nicht überschritten wird. Aber auch wenn das Auto nachts in einer Garage parkt, es nur einen einzigen Fahrer gibt, der mit dem Auto unterwegs ist sowie wenn Kfz-Schäden nur in einer bestimmten Werkstatt repariert werden.

Schadenfreiheitsrabatt

Für Autofahrer, die viele unfallfreie Jahre hinter sich haben ist dieser Punkt besonders beim Versicherungswechsel wichtig. Informiere Dich immer vorher über Deine Schadensfreiheitsklasse (SF-Klasse) und lass sie Dir auch von der Kfz-Versicherung bestätigen, da diese nicht automatisch mitgenommen wird. Dasselbe gilt für den sogenannten „Rabattretter“, der nach einem Unfall eine Zurückstufung verhindert.

Marderbisse und Wildunfälle

Bei der Teilkasko sind grundsätzlich nicht immer verursachte Schäden durch Marderbisse gedeckt. Vor allem nicht in günstigen Basistarifen. Wichtig ist, dass sowohl direkte Schäden (Schäden an Schläuchen und Leitungen) sowie Folgeschäden eingeschlossen sind. Gerade solche Kosten können schnell auf fünfstellige Summen kommen. Im Regelfall ist ein Zusammenstoß mit Wirbeltieren in der Teilkasko enthalten, jedoch ist wichtig, dass der Versicherungsschutz nicht nur Haarwild umfasst, sondern Tiere aller Art. So leistet beispielsweise die Kfz-Versicherung auch, wenn ein Hund auf die Straße läuft und dadurch ein Unfall verursacht wird.

Gespart werden kann darüber hinaus bei der Kfz-Versicherung, wenn eine Selbstbeteiligung gewählt wird, bei der kleine Schäden selbst bezahlt werden. Auch eine jährliche Zahlweise ist meist um einiges günstiger als eine viertel- oder halbjährliche Zahlung. Für Fahranfänger kann es zudem preiswerter sein, wenn die Eltern eine Zweitwagenversicherung abschließen. Hierbei wird der Wagen des Kindes als Zweitwagen angemeldet. Dadurch wirst Du nicht in die ungünstige Schadensfreiheitsklasse SF 0 eingestuft. Später kann die Schadensfreiheitsklasse auch übertragen werden. Grundsätzlich lohnt sich immer ein Kfz-Versicherung Vergleich.

Wie wird der Versicherungsbeitrag bei der Kfz-Versicherung berechnet?

Bei der Prämienhöhe der Kfz-Versicherung kommt es auf folgende Faktoren an:

  • Alter und Anzahl der Fahrer (Wer fährt das Auto?)
  • Regionalklassen (Wo in Deutschland wird das Kfz genutzt?)
  • Typklassen (Welches Fahrzeug wird versichert?)
  • Selbstbeteiligung (Wie hoch ist die Selbstbeteiligung?)
  • Schadenfreiheitsrabatt (Wie viele schadensfreie Jahre kann der Fahrzeughalter vorweisen?)
  • Kilometerleistung (Wie viele Kilometer wurden mit dem Auto bereits gefahren?)

Alter und Anzahl der Fahrer

Für die Prämie der Kfz-Versicherung ist es unter anderem entscheidend, ob nur eine Person mit dem Auto fährt, ein Ehepaar oder gar eine ganze Familie. Je mehr Menschen mit einem Fahrzeug fahren, desto höher ist die Schadenanfälligkeit. Darüber hinaus ist auch das Alter ein wichtiger Aspekt für die Versicherer, denn bei Fahranfänger wird das Unfallrisiko meist höher eingeschätzt und daher ist auch die Prämie der Kfz-Versicherung höher.

Regionalklassen

Ein relevanter Faktor hinsichtlich des Kfz-Beitrages ist die Regionalklasse des Automobils. Abhängig ist diese Klasse vom Wohnort des Versicherungsnehmers, die die Schadenbilanz der jeweiligen Region abbildet. Berechnet wird sie, indem die zugelassenen Fahrzeuge in einer Region mit der dortigen Anzahl der Schäden bzw. der durchschnittlichen Schadenhöhe in Verhältnis gesetzt wird. Darüber hinaus wird bei der Kaskoversicherung eine Regionalstatistik mit der Anzahl von Wildunfällen sowie Diebstählen in dieser Region samt den damit entstandenen Schäden mitberücksichtigt. Kurz gesagt: Je höher die Regionalklasse, desto höher die Versicherungsbeiträge der Kfz-Versicherung.

Generell gibt es hierbei für die Kfz-Haftpflichtversicherung 12 Versicherungsklassen, für die Teilkasko 16 und für die Vollkasko 9.

Typklassen

Die Typklasse zählt mit der Regionalklasse zu den bedeutendsten Einflussfaktoren auf die Prämie der Kfz-Versicherung. Berechnet werden diese Versicherungsklassen anhand der Unfall- und Schadenbilanzen in Deutschland. Je nachdem wie viele Schäden und Unfälle von einem bestimmten Autotyp pro Jahr verursacht werden, wird auch das Auto in eine niedrigere oder höhere Typklasse eingestuft. Im Prinzip ist die Typklasse daher abhängig vom Fahrerverhalten der verschiedenen Autotypen. Auch hier gilt: Je höher die jeweilige Typklasse, desto höher auch die Prämie der Kfz-Versicherung.

Hierbei gibt es bei der Haftpflichtversicherung 16 Versicherungsklassen, bei der Teilkasko 24 und bei der Vollkaskoversicherung 25.

Selbstbeteiligung

Auch die Höhe der Selbstbeteiligung beeinflusst die Beitragshöhe der Kfz-Versicherung. Im Schadenfall muss der Kunde dann Schäden in einer bestimmten Höhe selbst übernehmen. Je höher also die Selbstbeteiligung, desto niedriger wird der Versicherungsbeitrag der Kfz-Versicherung.

Ergänzend spielt auch ein Schadenfreiheitsrabatt, sprich, wie viele schadensfreie Jahre vorgewiesen werden und die Kilometerleistung, also wie viele Kilometer mit dem zu versichernden Fahrzeug bereits gefahren wurden, eine Rolle bei der Prämie der Kfz-Versicherung.

Welcher Versicherungsschutz ist wann sinnvoll?

Nachfolgend eine kurze Übersicht über den unterschiedlichen Versicherungsschutz einer Kfz-Versicherung, wann welcher Schutz Sinn macht:

Haftpflichtversicherung

Diese Autoversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und deckt alle Schäden, die der Versicherungsnehmer an anderen Verkehrsteilnehmern verursacht. Hierzu zählen sowohl Personen- als auch Sach- und Vermögensschäden. Im Fall, dass ein anderer Verkehrsteilnehmer an Deinem Fahrzeug einen Schaden verursacht, springt die Versicherung des anderen Lenkers ein.

Da diese Kfz-Versicherung gesetzlich verankert ist, stellt sich die Frage der Sinnhaftigkeit hier nicht wirklich. Fraglich ist eher, ob dieser Basistarif ausreichend ist oder eher eine Teilkasko- bzw. Vollkaskoversicherung infrage kommt. Durchschnittlich sind bei dieser Autoversicherung jährlich um die 230 Euro fällig.

Teilkaskoversicherung

Eine Stufe über der Haftpflichtversicherung ist die Teilkasko. Generell werden damit auch Schäden gezahlt, die durch eine höhere Gewalt entstehen wie etwa Naturkatastrophen, Unfälle mit Tieren oder Diebstahl. Dieser Tarif kann zusätzlich Schäden mit aufnehmen, die bei Vandalismus und beim Parken passieren. Das wirkt sich natürlich aber auch wieder negativ auf die Prämie aus.

Versicherungsexperten raten, dass Fahrzeuge ab einem Alter von 5 Jahren unbedingt mit einer Teilkaskoversicherung geschützt werden sollten. Einige Fahrzeuge lassen sich aber auch noch nach zehn Jahren gut verkaufen und da kann sich auch eine Teilkasko rentieren. Zudem kosten viele Bestandteile wie beispielsweise eine Frontscheibe gleich viel, egal wie alt das Auto ist.

Vollkaskoversicherung

Die Vollkasko bietet einen vollumfänglichen Schutz für das Auto. Diese Kfz-Versicherung kommt auch für Schäden auf, wenn Du diese selbst verursacht hast. Was sich aber dementsprechend auf die Versicherungsprämie niederschlägt.

Anzuraten ist eine Vollkaskoversicherung bis zu einem Fahrzeugalter von vier bis fünf Jahren. Sinn macht eine Vollkasko wenn Reparaturkosten für eine große finanzielle Belastung sorgen würden. Darüber hinaus ist diese Versicherungsform zu empfehlen, wenn das Auto geleast oder durch einen Kredit finanziert wird. Im Fall eines Totalschadens würdest Du ansonsten monatlich Geld zahlen für ein Auto, was du gar nicht mehr hast. Sinnvoll ist eine Vollkasko auch für Menschen, die beruflich viel mit dem Fahrzeug unterwegs und darauf angewiesen sind.

Welche Leistungen bietet die Kfz-Haftpflichtversicherung?

Generell zahlt diese Kfz-Versicherung nur Schäden, die Dritten entstanden sind. Diese Haftung erstreckt sich auf Sach- und Vermögensschäden genauso wie auf Schadensersatzansprüche infolge einer Verletzung bzw. Tötung einer Person. Zudem gehört neben dem Bewegen im öffentlichen Straßenverkehr sowohl das Ein- und Aussteigen als auch das Be- bzw. Entladen zum Versicherungsschutz. Auch Auflieger und Anhänger sind bei der Kfz-Versicherung mitversichert sowie Fahrzeuge, die mit diesem Auto abgeschleppt werden. Löst sich der Auflieger oder das abgeschleppte Fahrzeug vom Auto beinhaltet der Versicherungsschutz alle Schäden, die durch den Anhänger bzw. das abgeschleppte Fahrzeug in Bewegung verursacht werden.

Ergänzend gehört zu den Leistungen dieser Autoversicherung auch unbegründete oder der Höhe nach ungerechtfertigte Ansprüche des Versicherungsnehmers abzuwehren. Sprich, kommt es zu einem Gerichtsverfahren, so werden die Kosten dafür von der Kfz-Versicherung getragen.

Um einen Roller, einen Oldtimer, ein Quad, ein Moped, ein Wohnmobil, einen Wohnwagen oder ein Mofa zu versichern, gibt es spezielle Tarife und Versicherungsmodelle. Zudem gibt es auch eine spezielle Motorradversicherung, die die Fahrer in einem Schadenfall schützen.

Wie verhalte ich mich im Schadenfall richtig?

Passiert ein Unfall, so müssen von allen Beteiligten bestimmte Regeln beachtet werden. An erster Stelle steht natürlich die Versorgung von Unfallopfer sowie noch größere Schäden zu verhindern. In diesem Zusammenhang gibt es verschiedene Pflichten des Versicherungsnehmers:

  • Der Unfall muss so schnell wie möglich den Versicherern der Kfz-Versicherung gemeldet werden.
  • Verstirbt eine Person durch einen Unfall, so muss die Kfz-Versicherung innerhalb von zwei Tagen informiert werden.
  • Behördliche Ermittlungen und der Verfahrensfortgang müssen zusätzlich dem Versicherer angezeigt werden.
  • Der Versicherungsnehmer ist dazu verpflichtet, die Schadensaufklärung zu unterstützen. Hierfür muss der gesamte Unfallhergang vollständig und wahrheitsgemäß angegeben werden.
  • Erst wenn alle erforderlichen Feststellungen vom Versicherungsnehmer am Unfallort ermöglicht wurden, darf sich dieser von diesem Ort entfernen.
  • Zudem ist der Versicherte dazu verpflichtet, bei einem Eintritt eines Schadensereignisses den Schaden zu mindern bzw. möglichst abwenden.
  • Wichtig ist außerdem, dass den Weisungen der Versicherung gefolgt wird und beispielsweise das Auto erst repariert wird, wenn eine Begutachtung stattgefunden hat.

Checkliste – Wie gehe ich bei einem Unfall vor?

Das Wichtigste bei jedem Unfall ist Ruhe zu bewahren und die Unfallstelle abzusichern. Zudem müssen andere Verkehrsteilnehmer durch das Anstellen der Warnblinkanlage und Anziehen der Warnweste auf den Unfall aufmerksam gemacht werden. Außerdem muss ein Warndreieck aufgestellt werden, wobei auf Landstraßen mindestens die Entfernung von 100 m und auf Autobahnen aufgrund der hohen Geschwindigkeit mindestens 200 m eingehalten werden muss. Darüber hinaus sollte sofort Erste Hilfe geleistet und die Notrufnummer 112 gewählt werden. Wichtig ist es auch, dass Unfallzeugen am Unfallort bleiben.

Wie ist die weitere Vorgehensweise?

  • Unterschreibe niemals voreilig ein Schuldanerkenntnis.
  • Erstelle ein Unfallprotokoll, was die wesentlichen Daten enthält (unter anderem Unfallort, Name und Anschrift der Beteiligten, Fahrzeugkennzeichen und Datum).
  • Alle Kontaktdaten der Zeugen notieren.
  • Eine kleine Unfallskizze anfertigen.
  • Im besten Fall die Unfallstelle und die Fahrzeuge von allen Perspektiven fotografieren.
  • Kontaktaufnahme mit der Autoversicherung.
  • Gegebenenfalls eine Begutachtung des Schadens anfordern.
  • Säuberung und Räumen der Unfallstelle.

Muss die Polizei immer verständigt werden?

Generell ist die Polizei immer zu verständigen, wenn sich die Beteiligten nicht einigen können, wenn Drogen oder Alkohol im Spiel sind und wenn der Unfallhergang kompliziert ist. Auch wenn der Verdacht besteht, dass ein Unfall vorgetäuscht wurde, der Beteiligte keine Angaben machen möchte oder gar Fahrerflucht begeht. Ein Unfallprotokoll der Polizei ist immer hilfreich, wenn sich ein Rechtsstreit anbahnt. Handelt es sich um Bagatellunfälle, so kann auch schnell vor Ort die Schuldfrage geklärt und es muss die Polizei nicht gerufen werden.

Worauf sollte ich bei der Kündigung der Kfz-Versicherung achten?

Bist Du mit der bestehenden Autoversicherung nicht mehr zufrieden und möchtest zu einem günstigeren Anbieter wechseln, so gibt es drei Möglichkeiten die Kündigung Deiner Kfz-Versicherung in die Wege zu leiten:

Fristgerechte Kündigung der Autoversicherung

Deine Kfz-Versicherung kündigen kannst Du bis spätestens einen Monat vor Vertragsablauf. Häufig ist der Stichtag dafür der 30. November, da die meisten Verträge bis zum 31.12. eines Jahres laufen. Wird die Kündigung nicht bis zum Stichtag eingereicht, so kommt es automatisch zu einer Vertragsverlängerung.

Außerordentliche Kündigung Deiner Autoversicherung

Unter bestimmten Umständen kannst Du auch vom sogenannten „Sonderkündigungsrecht“ Gebrauch machen. So ein Kündigungsrecht liegt vor, wenn die Versicherungsbeiträge Deiner Kfz-Versicherung erhöht werden bzw. sich die Beitragsbedingungen ändern sowie wenn sich die Einstufung in Regional- und Typklasse ändert. Die Kfz-Versicherung kündigen kannst du in diesem Fall innerhalb der nächsten vier Wochen. Die Frist beginnt ab dem Zeitpunkt zu laufen, ab dem Du über die Änderungen informiert wurdest.

Sofortiger Wechsel der Autoversicherung

Deine Kfz-Versicherung kündigen ist sofort möglich beim Eintritt eines Schadenfalls oder beim Kauf eines neuen Autos. Innerhalb eines Monats muss die Kündigung Deinem Versicherer vorliegen.

Wie kann ich die Kfz-Versicherung wechseln?

Wer einen Vergleich bei der Kfz-Versicherung gemacht hat und daraufhin die Kfz-Versicherung wechseln möchte, so ist dies unter folgenden Umständen möglich sofern:

  • Die Prämie der Kfz-Versicherung erhöht wurde (1 Monat Kündigungsfrist) oder
  • Die Kfz-Versicherung den Schadenfall nicht übernimmt (wenn die Leistungen für einen Schaden verweigert wurden, kann innerhalb eines Monats gekündigt werden) oder
  • Beim Fahrzeugwechsel (in diesem Fall kann die Kfz-Versicherung sofort gekündigt werden).

Um einen Kfz-Versicherung Vergleich durchführen zu können, brauchst Du alle wesentlichen Fahrzeuginformationen, alle Daten zu den Fahrern, alle Daten der bisherigen Kfz-Versicherung sowie Informationen zu etwaigen Schäden und zur Schadenfreiheitsklasse.

Achte darauf, dass der Versicherungswechsel immer lückenlos erfolgt und der letzte Versicherungstag der alten Kfz-Versicherung nahtlos an die neue Kfz-Versicherung anschließt, um nicht ohne Versicherungsschutz dazustehen.

Welche Zusatzversicherung lohnt sich?

Neben den bereits erwähnten relevanten Bestandteilen einer Kfz-Versicherung kann es auch sinnvoll sein, diese Zusatzversicherungen in den Vertrag mit aufzunehmen:

Mallorca-Police

Diese Zusatzversicherung deckt eventuelle Haftungslücken bei einem Unfall mit einem Mietwagen im Urlaub ab. Diese Mietautos sind meist nur mit der gesetzlichen Mindestdecksumme abgesichert und diese sind z. B. in Griechenland oder der Türkei viel niedriger als in Deutschland. Diese Zusatzversicherung ist mittlerweile sogar bereits in vielen Haftpflichttarifen enthalten.

Fahrerschutzversicherung

Diese Zusatzversicherung ist für Versicherungsnehmer wichtig, die keine private Unfallversicherung haben und viel fahren. Die Zusatzversicherung kommt hierbei wie eine Unfallversicherung für einen Verdienstausfall und Schmerzensgeld bei einem mitverschuldeten bzw. selbst verschuldeten Unfall auf.

Freie Werkstattwahl

Diese Zusatzversicherung lohnt sich vor allem bei Fahrzeugen, die noch über eine bestehende Herstellergarantie verfügen oder geleast werden.

FAZIT: Die Kfz-Versicherung

Die Kfz-Versicherung ist für viele Menschen ein ständiger Begleiter. Daher ist es sinnvoll, über wichtige Fragen genau Bescheid zu wissen. Hierdurch lässt sich bares Geld sparen! Denn Pflicht ist die Kfz-Haftpflichtversicherung allemal.

Sag uns Deine Meinung!

Welche Meinung hast Du zum Thema Kfz-Versicherung? Hast Du weitere Tipps, um Beiträge zu sparen? Erzähle uns Deine Erfahrungen, um auch anderen Lesern wertvolle Informationen zu geben und diskutiere gerne mit uns in den Kommentaren.

der hepster hack

HEPSTER-HACK

Du möchtest bei Deiner Kfz-Versicherung noch mehr sparen? Nutze dafür Rabatte, wenn Du zum Beispiel eine Wohngebäudeversicherung beim selben Anbieter abschließt. Oder stelle auf eine jährliche Zahlweise und das Lastschriftverfahren um. Außerdem kannst Du als Arbeitnehmer die Kfz-Versicherung von der Steuer absetzen!

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