Arbeiten in einem Startup – zwischen Wachstum und Wahnsinn

von | 15. Jan 2018 | GENERAL

Manchmal ist es verrückt, wie schnell die Zeit vergeht. Ich bin jetzt schon seit über einem Jahr bei hepster. In Startup-Dimensionen ist ein Jahr eine beachtliche Zeit, in der viel geschieht. Vom großen Launch der Website über eine wachsende Produktwelt – neue große Chancen und Herausforderungen bis hin zu einem explosionsartig wachsenden Team. All das ist Arbeiten in einem Startup.

Wir haben zwar keinen Tischkicker oder permanent Bier im Kühlschrank, dennoch sind wir ein Startup und haben Startup-Visionen. Vielleicht ist es gerade von Vorteil, dass bei hepster nicht versucht wird, uns durch extrinsische Motivation mit einem Kicker und Co. zu bezirzen?

Jede Woche gibt es einen neuen Plan zur Weltherrschaft

Startups sind vermutlich der Feind von jedem klassischen Projektmanagement, denn Aufgaben und Ziele sind lebendig und oft auch unfreiwillig variabel. Man kann bedingt dadurch viel lernen im Prozess des Wachstums, weil sich ständig neue Aufgaben ergeben. Es entstehen neue Aufgaben, die in keinen bisher vorhandenen Aufgabenbereich fallen und deshalb ist bei allen Mitarbeitern eine gewisse Hands-On-Mentalität gefragt. Sätze wie „Das ist nicht meine Aufgabe“, wie man sie aus klassischen Unternehmensstrukturen kennt, sind in einem Startup fehl am Platz. Wir haben schon Tage zugebracht, an etwas zu arbeiten, das sich dann doch nicht als perfekte Lösung herausgestellt hat, also alles auf Anfang…

Arbeiten in einem Startup? Ist das was für mich?

Gerade im kreativen Bereich gibt es anfänglich noch keine Vorlagen für Präsentationen, keine Briefköpfe, keine Guides wie etwas gestaltet wird. So musste ich nach bestem Wissen und Gewissen layouten. Alles, was es bei lange bestehenden Unternehmen schon gibt, muss erst erarbeitet werden. Das kann manchmal ein wenig komplizierter sein, aber ist für mich auch eine willkommene Herausforderung. Man muss bereit sein, sich in Prozesse einzudenken, die noch nirgends aufgeschrieben sind und die sich gegebenenfalls auch schnell wieder ändern können. Das gilt natürlich nicht nur für den Design-Bereich.

Mitwachsen anstatt sich im Kreis zu drehen

Ich hatte in den letzten Monaten die Chance, an vielen Projekten mitzuwirken, in denen ich mich ausprobieren durfte und eigene Ideen einbringen konnte. Ich glaube, das schätze ich am meisten daran, in einem Startup zu arbeiten. Die Strukturen sind noch nicht festgefahren und es ist je nach Arbeitsbereich für jeden möglich, seine Ideen direkt einzubringen.

Mir macht es außerdem wirklich Spaß an einem Projekt mitzuwirken, das stetig wächst – für mich persönlich macht es mehr Spaß für eine Firma zu arbeiten, die Potential hat, als „ein sinkendes Schiff zu retten“. Da alle Wachstumsstrategien erst entstehen, hat man einen Überblick über die Prozesse. So muss man nicht Fehler, die sich teilweise über Jahre eingeschlichen haben, ausmerzen.

Vorurteil: In Startups wird nicht gearbeitet

Wer in einem Startup arbeiten möchte, um sich auszuruhen, ist zumindest bei hepster an der falschen Adresse. Meiner Meinung nach wird gerade in Startups viel gearbeitet. Das Unternehmen selbst ist in einer Phase, in dem es noch nicht tausende Mitarbeiter gibt und die Geschäftsidee ist so neu, dass die Mitarbeiter an die Vision glauben müssen, sonst wären sie wohl nicht im Boot.

Gerade vor dem Launch wurde es auch gut stressig. Wir saßen auch mal länger im Büro, weil wichtige Dinge fertig werden mussten. Die Frage nach dem Termin für die Fertigstellung kann ziemlich oft mit „gestern“ oder gar „vorgestern“ beantwortet werden. Oft zählen schnelle Entscheidungen und die schnelle Ausführung. Man braucht zudem ein wenig Mut zum Ausprobieren und muss auch mit Trial-and-Error leben. Einfach mal machen. Mir wurde viel Vertrauen entgegengebracht und ich durfte mich ausprobieren. Mit der Zeit habe ich gelernt, was „on brand“ ist und wurde sicherer in dem, was ich mache.

Wachstum auf jeder Ebene

Ein großer Meilenstein war natürlich der Launch der hepster-Website, den wir mit einer großen Party gefeiert haben. Auf der Feier wurden die Kapazitäten der Büroräume auf Herz und Nieren getestet, denn wir hatten viele liebe Leute zu Besuch.

In den kommenden Monaten sollten die Kapazitäten des Büros auch einen weiteren Test bestehen – wachsende Aufgaben führten zu einem raschen Wachstum des Teams. Für eine kurze Zeit wurde es ganz schön kuschelig, bis wir uns auch räumlich vergrößerten und nun ein mehrstöckiges Büro bezogen. Mit dem größeren Team wurde es immer wichtiger, eine geregelte Kommunikationsstruktur zu schaffen. Auf einmal musste Slack herhalten, da es nicht mehr möglich war, alle Kollegen durch einfaches Zurufen quer durch das Büro zu erreichen. Viele Programme kamen und verschwanden wieder im Zuge einer laufenden Prozessoptimierung. Es entstanden eigene Abteilungen mit verschiedenen Zuständigkeiten. Zugegeben, unsere CEOs bringen viele Jahre Erfahrung in der Geschäftsführung mit und haben bereits interne Prozesse mitentwickelt, was hepster wohl auch von vielen Startups unterscheidet.

Mittlerweile haben wir ein großes, bunt gemischtes Team mit vielen Kompetenzen. Ich schätze es, dass unser Team relativ jung ist. Ein Haufen voller Digital Natives eben, vor dem man sich nicht rechtfertigen muss, dass Social Media eine Daseinsberechtigung hat und, dass die sozialen Medien nützlich bei der Verbreitung der Idee sein können. Einer der größten Unterschiede zu größeren und lange bestehenden Unternehmen, die ich bisher kennenlernen durfte, ist für mich auch, dass es keinen internen Konkurrenzkampf gibt und wir in unserem Communications-Büro eher als Team am Gesamterfolg von Projekten arbeiten. Wir können voneinander lernen und auch gemeinsam lachen.

Ich arbeite gerne in einem Startup. Ich arbeite gerne bei hepster. Mehr dazu siehst Du in unserem kleinen Video:

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hepster | Bist Du auch so Digital Native wie wir?

Und was sagt Hanna (CMO) über Ulli?

Ich kenne Ulli schon etwas länger als sie tatsächlich bei hepster arbeitet und es war ein sehr glücklicher Zufall, dass sie auf einen meiner Aufrufe bei Facebook geantwortet und direkt Lust hatte, bei uns mitzumachen. Ulli ist eine „Mitarbeiterin der ersten Stunde“ und hat einen signifikanten Beitrag dazu geleistet, dass hepster heute so ist wie es ist. Vor allem hat sie sich (am Anfang einzig und allein mit mir zusammen) viele Stunden und Tage Gedanken über unsere Zielgruppe, über Key Visuals, Brand Manuals und die richtigen Bilder gemacht.

Wir haben zusammen stundenlang an Texten geschliffen und Infografiken in Illustrator erstellt. Ulli hat eine wahnsinnige Geduld bewiesen, mich in die Geheimnisse und Kniffe von Adobe Creative einzuweisen. Außerdem hat sie eine Engels-Geduld bewiesen, wenn ich entweder alles bisher Geschaffene spontan über den Haufen geworfen oder von einer Sekunde auf die nächste einen kompletten Richtungswechsel für irgendeine Kampagne vollzogen habe. Das ist (auch wenn ich den Begriff langsam wirklich nicht mehr hören kann) Startup.

Ich glaube, es war wirklich nicht immer leicht für sie, aber mit ihren sehr jungen Jahren hat sie Erstaunliches geleistet – für mich, für das Team Communications und für hepster. Ich denke und ich hoffe, dass die Tatsache, dass sie den Aufbau eines kompletten Unternehmens von den Anfängen miterleben konnte, eine große Chance für sie ist und ihr in Zukunft weiterhilft.

Das ist ein Appell an all die jungen Menschen da draußen, die Verantwortung nicht scheuen, einen eigenen Kopf haben, inspiriert sind und inspirieren wollen – fangt in einem Startup an und nutzt jede Chance, die Ihr bekommen könnt. Nur so könnt Ihr meiner Meinung nach extrem schnell sehr viel über Euch, Eure Talente und Eure Vorstellungen lernen. Auch wenn es manchmal echt hart ist.

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Nicht jedes Startup passt zu jedem Typ Mensch. Auch wenn Startups sich durch bestimmte Charakteristika auszeichnen, hängt es doch von Dir ab, wo Du Dich wohlfühlst. In einem Unternehmen, das sich ständig weiterentwickelt, gibt es für jeden vielfältige Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung – kommuniziere klar, wo Du hin willst und kreiere Deinen Traumjob mit.